Andy Lehmann ist heute 73 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in Zürich als Sohn eines «Tschuggers» (stadtzürcherisch für Polizisten) und einer Hausfrau – gemeinsam mit vier Geschwistern. Werte wie Anstand, Ordnung, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit haben ihn früh geprägt. Beruflich war er sein Leben lang ein Mensch, der gerne mit anderen Menschen unterwegs war. Verkäufer, Netzwerker, jemand, der sich für sein Gegenüber interessiert.
Auch heute wirkt er ruhig und geordnet. Einer, der die Dinge nimmt, wie sie kommen. Vielleicht erklärt das auch seinen Umgang mit der Krankheit. Die Diagnose war ein Ereignis. Nicht eine Identität.
Als die Diagnose gestellt wurde, ging vieles schnell. Untersuchungen. Gespräche. Entscheidungen. Dazwischen lagen Weihnachten und Neujahr.
Es folgte Chemotherapie und eine Stammzellentransplantation. Natürlich gab es auch belastende Phasen. Wenig Appetit. Körperliche und auch psychische Schwächen. Begleitet wurde er auch durch seinen Naturheilpraktiker.
Die Zeit der Rehabilitation.
Doch wenn Andy Lehmann heute davon erzählt, tut er das ohne grosse Emotionen. «Es war spannend zu sehen, was alles möglich ist.» Fast sachlich. «Das Multiple Myelom gehört zu mir», sagt er. Und manchmal habe er das Gefühl, die Krankheit sei schon lange da gewesen, bevor sie überhaupt entdeckt wurde.
Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.