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07.27.2026

Leben

Leben mit Multiplem Myelom

«Das Multiple Myelom gehört zu mir»

Das Multiple Myelom begleitet Andy Lehmann seit vielen Jahren. Dennoch steht es selten im Mittelpunkt. Der Zürcher spricht lieber über Familie, Reisen und die Dinge, die ihn heute bewegen. Ein Gespräch über Vertrauen, Akzeptanz und die Kunst, einer Krankheit keinen Logenplatz im eigenen Leben zu geben.

Andy Lehmann macht es einem nicht leicht. Nicht, weil er ausweicht. Nicht, weil er nicht antwortet. Sondern weil er viele Fragen erstaunlich knapp beantwortet.
Wie geht es ihm? Gut.
Was beschäftigt ihn? Die nächste Reise. Die Zeitung vom Morgen. Seine Familie.
Wie sehr bestimmt das Multiple Myelom sein Leben? «Eigentlich gar nicht.»
Man spürt schnell: Die Krankheit nimmt in seinem Alltag wenig Raum ein. Vielleicht weniger, als man bei einem Menschen erwarten würde, der vor über zehn Jahren die Diagnose Multiples Myelom erhielt und eine Stammzelltransplantation durchlaufen hat. 
 

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Die Krankheit nimmt in seinem Alltag wenig Raum ein.

Andy Lehmann ist heute 73 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in Zürich als Sohn eines «Tschuggers» (stadtzürcherisch für Polizisten) und einer Hausfrau – gemeinsam mit vier Geschwistern. Werte wie Anstand, Ordnung, Ehrlichkeit und Verlässlichkeit haben ihn früh geprägt. Beruflich war er sein Leben lang ein Mensch, der gerne mit anderen Menschen unterwegs war. Verkäufer, Netzwerker, jemand, der sich für sein Gegenüber interessiert.

Auch heute wirkt er ruhig und geordnet. Einer, der die Dinge nimmt, wie sie kommen. Vielleicht erklärt das auch seinen Umgang mit der Krankheit. Die Diagnose war ein Ereignis. Nicht eine Identität.

Als die Diagnose gestellt wurde, ging vieles schnell. Untersuchungen. Gespräche. Entscheidungen. Dazwischen lagen Weihnachten und Neujahr.
Es folgte Chemotherapie und eine Stammzellentransplantation. Natürlich gab es auch belastende Phasen. Wenig Appetit. Körperliche und auch psychische Schwächen. Begleitet wurde er auch durch seinen Naturheilpraktiker.

Die Zeit der Rehabilitation. 

Doch wenn Andy Lehmann heute davon erzählt, tut er das ohne grosse Emotionen. «Es war spannend zu sehen, was alles möglich ist.» Fast sachlich. «Das Multiple Myelom gehört zu mir», sagt er. Und manchmal habe er das Gefühl, die Krankheit sei schon lange da gewesen, bevor sie überhaupt entdeckt wurde. 

Mehr nicht. Aber auch nicht weniger. 

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Das Multiple Myelom gehört zu mir.

Vertrauen statt Dauersorge

Viele Menschen beschäftigen sich nach einer Krebsdiagnose intensiv mit Laborwerten, Befunden oder möglichen Entwicklungen.

Andy Lehmann sieht das anders. Kontrollen gehören dazu. Termine ebenfalls. Doch dazwischen lebt er sein Leben.
Er vertraut seinem behandelnden Onkologen, Dr. med. Christoph Renner. Und seinem Naturheilpraktiker-Team, wo er Bioresonanz und verschiedene Ayurveda-Angebote geniesst. Er vertraut darauf, dass Veränderungen erkannt werden. Und darauf, dass nicht jeder Gedanke um die Krankheit kreisen muss.

Vielleicht ist genau dieses Vertrauen der Schlüssel. Nicht Kontrolle um jeden Preis. Nicht Verdrängung. Sondern eine Form von Gelassenheit.

Die Krankheit sitzt nicht am Kopfende des Tisches

Gemeinsam mit seiner Frau hat Andy Lehmann früh entschieden, der Erkrankung nicht den grössten Platz im Familienleben zu geben.

Natürlich wird darüber gesprochen. Aber nicht ständig. Nicht jedes Gespräch dreht sich um Befunde, Medikamente oder mögliche Risiken.

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Natürlich wird darüber gesprochen. Aber nicht ständig.

Familie bleibt Familie. Der Alltag bleibt Alltag. Und die Krankheit bleibt das, was sie ist: Ein Teil des Lebens. Nicht das Leben selbst.

Was heute zählt

Wer Andy Lehmann fragt, was ihm wichtig ist, erhält keine spektakulären Antworten.

Auf den Körper achten. In Bewegung bleiben. Gut essen. Unterwegs sein. Zeit mit Menschen verbringen. Es sind einfache Dinge. Vielleicht gerade deshalb wichtige.

Während des Gesprächs entsteht immer wieder derselbe Eindruck: Hier sitzt kein Mensch, der gegen seine Krankheit kämpft. Aber auch keiner, der sie verdrängt.

Andy Lehmann hat ihr schlicht keinen Logenplatz gegeben. Sie ist da. Sie fährt mit. Aber sie sitzt nicht am Steuer. Und vielleicht liegt genau darin seine besondere Stärke: Nicht alles, was bleibt, muss das Leben bestimmen.

Wissen

Was ist ein Multiples Myelom?

Das Multiple Myelom ist eine Krebserkrankung des Knochenmarks. Dabei vermehren sich bestimmte Abwehrzellen des Körpers – sogenannte Plasmazellen – unkontrolliert. Diese veränderten Zellen können die Blutbildung stören und unter anderem Knochenschmerzen, Blutarmut, Infektanfälligkeit oder Nierenprobleme verursachen.

Das Multiple Myelom gilt heute meist als nicht heilbar, kann aber dank moderner Therapien oft über viele Jahre gut kontrolliert werden. Viele Betroffene leben heute deutlich länger und mit einer guten Lebensqualität. Regelmässige Kontrollen und individuell abgestimmte Behandlungen spielen dabei eine wichtige Rolle.

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