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01.23.2026

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Aurelius Omlin – Onkologie zwischen Wissen, Worten und Verantwortung

Zwischen Neugier und Verantwortung bewegt sich seine Arbeit – aufmerksam, reflektiert und immer im Dialog mit dem Menschen. Dr. med. Aurelius Omlin ist Facharzt für Medizinische Onkologie. Ihn interessiert, wie medizinisches Wissen, Kommunikation und persönliche Lebensrealitäten zusammenwirken. Im Gespräch spricht er über seinen Weg in die Onkologie, über die Faszination für Komplexität – und darüber, weshalb Fortschritt für ihn nur im Team und mit gegenseitigem Vertrauen möglich ist.

Drei Factszu AO

Hey Aurelius, welche Farbe würde deinen aktuellen Gemütszustand am besten beschreiben?
Ich lebe den Regenbogen (lacht). Mein Alltag besteht aus vielen Farben – ich verweile nie lange in einem Zustand. Der Regenbogen hat für mich auch eine starke Symbolik: Er ist das Zeichen der Hoffnung.

Was hat dich dazu bewegt, Arzt zu werden?
Ich wusste lange nicht, was ich werden wollte. Während der Matura haben mich viele Bereiche interessiert: Biologie und Chemie, Anatomie, Geschichte, Kunst, Recht. Kurz, mich faszinierte vor allem die Naturwissenschaft. Schliesslich habe ich mich für das Medizinstudium entschieden, weil mir erschien, dass hier viele Interessen zusammenkommen. Besonders reizvoll war für mich die Anwendung dieser Zusammenhänge zur Behandlung eines individuellen Menschen – mit allen zusätzlichen Ebenen wie Psyche, sozialen Aspekten und auch Spiritualität.

Warum hast du dich für die Onkologie als Schwerpunkt entschieden?
Während des Studiums hatte ich das grosse Glück, sehr inspirierende Dozenten im Bereich Onkologie zu erleben. Auch in den praktischen Teilen bin ich auf Vorbilder gestossen, die mir dieses Fach nahegebracht haben. Mich hat insbesondere die Komplexität fasziniert – der medizinische Anspruch ebenso wie der Umgang mit Patient:innen und die Bedeutung von Kommunikation. Schon früh im Studium war klar, dass dies mein Wunschgebiet ist. Die Einblicke in andere Fachrichtungen haben mich in dieser Entscheidung zusätzlich bestärkt.

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Was war deine bisher grösste Hürde auf deinem Weg?
Bis heute gab es für mich keine grossen Stolpersteine. Was mich jedoch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, ist die Realität, dass ich als Onkologe trotz aller medizinischen Fortschritte an Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten stosse. Die Forschung hat enorme Entwicklungen gemacht – und dennoch gibt es noch viel zu tun.

Welcher Moment hat dich in deiner Laufbahn am meisten bewegt?
Sehr prägend war die Zeit, in der ich drei Jahre in England gearbeitet habe. Dort konnte ich fachlich wie persönlich enorm viel lernen. In dieser Phase habe ich mich auf die Uroonkologie spezialisiert, Expertise aufgebaut, ein internationales Netzwerk geknüpft und bin auch persönlich über mich hinausgewachsen. Gleichzeitig sind bewegende Momente auch im Alltag stets präsent – immer dann, wenn ich Abschied von Menschen nehmen muss, die mir ans Herz gewachsen sind.

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Was mich jedoch immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt, ist die Realität, dass ich als Onkologe trotz aller medizinischen Fortschritte an Grenzen der Behandlungsmöglichkeiten stosse.

Was bedeutet für dich die Arbeit im Team am OZH?
Die täglich spürbare Motivation des Teams, alles möglich zu machen, damit unsere Patient:innen mit ihren Bedürfnissen gut aufgehoben sind gibt mir Kraft und unterstützt und entlastet mich sehr. Einen solchen Zusammenhalt im Team über alle Berufsgruppen hinweg habe ich in meiner Berufslaufbahn nicht überall angetroffen und ich schätze deshalb das Arbeiten im Team am OZH. Wir stellen uns immer wieder die Frage: Wie würden wir in einer Situation mit einer onkologischen Diagnose gerne betreute werden? Diesem Anspruch versuchen wir täglich gerecht zu werden.

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Einen solchen Zusammenhalt im Team über alle Berufsgruppen hinweg habe ich in meiner Berufslaufbahn nicht überall angetroffen und ich schätze deshalb das Arbeiten im Team am OZH.

Welche Superkraft würdest du dir für einen Tag wünschen – und warum?
Ich würde mir wünschen, einen Tag lang weltweit für alle Menschen gleichzeitig Gastgeber zu sein. Alle an eine lange Tafel einzuladen und mit einem selbstgekochten Menü zu bewirten. Vielleicht könnte ich so dazu beitragen, dass Menschen miteinander reden – statt sich zu bekämpfen.

Danke Aurelius für diesen Einblick.

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