gemeinsam gegen Krebs

Sollten Sie ausserhalb der regulären Praxis-Sprechzeiten ein dringendes gesundheitliches Problem haben, ist der diensthabende Onkologe auch nachts und am Wochenende über folgende Telefonnummer erreichbar:

043 344 33 30

mehr erfahren

04.10.2026

InsideOZH

Unsere OZH Ärzt:innen stellen sich vor

Jonas Kloepper – Vom Hörsaal bis Harvard: Ein Arzt, der nie aufgehört hat zuzuhören

Zuerst Sprache, dann Forschung, dann die Klinik – und immer der Mensch im Mittelpunkt. Dr. med. MD-PhD Jonas Kloepper hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: vom Gymnasiasten mit Sprach- und Musikaffinität über die Tumorbiologie-Labore der Harvard University bis in die Sprechstunde des Onkozentrums Zürich. Was ihn antreibt, ist keine Karrierelogik – sondern eine Überzeugung: dass gute Medizin nur dann gelingt, wenn sie auf echter Beziehung gründet.

Lieber Jonas, wenn du ein Tier sein könntest, welches wäre das – und warum?

 

Eine Lerche – fliegen finde ich faszinierend, und singen würde ich auch gerne besser. Wobei: Unter der Dusche und im Auto tue ich es trotzdem, unaufhörlich.

 

 

Drei Factszu JK

Was hat dich dazu bewegt, Arzt zu werden?

Als Gymi-Schüler mit Sprachschwerpunkt hatte ich zunächst einen anderen Weg eingeschlagen: ein Praktikum in der Unternehmensorganisation bei einem grossen Automobilhersteller. Doch etwas Entscheidendes fehlte – die Sinnhaftigkeit. Den eigentlichen Anstoss gab mir ein Freund, den ich auf dem Weg durch eine schwere Krankheit begleiten durfte. Mich faszinierte, wie die Medizin ihm helfen konnte. Dieser Moment hat meine Richtung verändert. 

Warum hast du dich für die Onkologie als Schwerpunkt entschieden?

Mich haben schon früh die grossen, tieferen Fragen angezogen – das Philosophische, das Menschliche. Während meiner Zeit in der Palliativmedizin und Radioonkologie am USZ wurde mir klar: Die Onkologie ist eine ausserordentlich komplexe Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin, Psychologie und gesellschaftlichen Fragestellungen. Und sie entwickelt sich ständig weiter – jedes Jahr bringt neue Therapieansätze und damit neue Hoffnung. 

Icon: Zitat

Die Onkologie ist eine ausserordentlich komplexe Schnittstelle zwischen Biologie, Medizin, Psychologie und gesellschaftlichen Fragestellungen.

Was war deine bisher grösste Hürde auf deinem Weg?

Fünf Jahre habe ich an der Harvard University im weltweit grössten akademischen Tumorbiologie-Labor an neuen Krebstherapien geforscht – eine prägende Zeit, aus der auch mein zweiter Doktorgrad (MD-PhD) hervorging. Irgendwann wurde mir jedoch klar, dass mein Herz der klinischen Arbeit gehört. Die Entscheidung, mich von der Laborforschung zu verabschieden, war nicht leicht. Aber sie war richtig – denn ich bin von Herzen Arzt und liebe meinen Beruf.

Welcher Moment hat dich in deiner Laufbahn am meisten bewegt?

Jede Person, die sich mir anvertraut, berührt mich auf ihre eigene Weise – und ich bin überzeugt, dass ich meinen Beruf nur dann gut ausüben kann, wenn ich authentisch auf die Erfolge und Herausforderungen meiner Patienten und Patientinnen eingehe. Erst kürzlich hat mich die Nachricht einer Patientin besonders gefreut: Sie reiste trotz anspruchsvoller Therapie nach Argentinien – zum Tangotanzen. Genau das macht es für mich aus: die persönliche Beziehung. 

Was bedeutet für dich die Arbeit im Team am OZH?

Das OZH-Team ist eine bemerkenswerte Gemeinschaft sehr unterschiedlicher Menschen, die alle authentisch und mit Überzeugung unserer gemeinsamen Mission folgen: die Patienten und Patientinnen in den Mittelpunkt zu stellen. Ich glaube, dass wir das täglich wirklich leben – und das schafft ein Fundament des Vertrauens. Ich bin stolz, Teil dieses Teams zu sein. 

Welche Superkraft würdest du dir für einen Tag wünschen – und warum?

Den Lauf der Zeit verlangsamen – die Momente mit meinen Patienten, mit meiner Familie, die wertvollen Augenblicke des Alltags. Es ist immer zu wenig Zeit für das, was wirklich zählt.

Danke für diesen persönlichen Einblick!

Artikel teilen